Förderbereich

Therapiebereich

Das Gremium trifft sich in regelmäßigen Abständen, um die Unterstützungsangebote für die Kinder und Jugendlichen, die einen Förderbedarf haben und uns von Lehrern vorgestellt werden, zu koordinieren.

Um den Förderbedarf eines Kindes festzustellen, werden Zeiten für eine Kennenlernphase gefunden, die möglichst auch schon erste Therapien beinhalten sollten, um das förder- diagnostische Bild abrunden zu können. Förderdiagnostisch bedeutet im Sinne einer pädagogischen wie therapeutischen Unterstützung mit dem Anspruch eines regelmäßigen Rückblicks, ob entsprechende Entscheidungen neu gesetzt werden müssen, d.h. ob sie verändert, ausgetauscht oder entsprechend vertieft werden sollten. In diese Prozesse sind möglichst immer alle Beteiligten eingebunden in Form von Förderplänen und Fördergesprächen mit den SchülerInnen, Eltern und Lehrern.

Dabei ist eine unserer wichtigsten Säulen die Weiterbildung, d.h. die inhaltliche Ausrichtung wird im Förderkreis bestimmt, von Fortbildungen berichtet, es werden Vorträge von Rudolf Steiner gelesen und entsprechend pädagogische Fragen mit aktueller Literatur aus der anthroposophischen Heilpädagogik und anderen Quellen befragt. Von hier aus diskutieren wir auch unsere inhaltliche Gestaltung der Förderarbeit, sei es für den Erwerb und die Festigung von Kulturtechniken, die motorische Förderung, Schulung der Sinneswahrnehmung, Sprachentwicklung oder in Fragen von Kooperationsverhalten zwischen SchülerInnen, Lehrern und Eltern.

Darüber hinaus legen wir großen Wert auf den Aufbau und die Organisation der therapeutischen Begleitung unserer Arbeit. Momentan arbeiten wir mit Frau Dorfmayr, die die rhythmische Einreibung gibt und dem Heileurythmisten Herrn Walter, zusammen. Hier entscheidet der Förderkreis gemeinsam mit den Lehrern und Therapeuten, welches Kind bzw. Jugendlicher in welchen Abständen und mit welchen therapeutischen Maßnahmen unterstützt wird. 

Je nach Förder- und Therapiebedarf und in Absprache mit den Lehrern, nehmen die Kinder und Jugendlichen in der Zeit zwischen 8.00 - 13.00 Uhr an den entsprechenden Angeboten teil.

Rhythmische Einreibung

Dr. Ita Wegmann und Dr. Margarethe Hauschka entwickelten auf Grundlage der anthroposophischen Menschenkunde die Rhythmische Massage als Methode. Sie ist eine Heilmassage, der eine erweiterte Kenntnis von Leib, Seele und Geist zugrunde liegt. Im Laufe der Zeit wurde im Pflegebereich eine abgewandelte Form übernommen, die in den Pflegealltag integriert werden konnte. Els Aichler, eine Krankenschwester, und Frau Marbach, ehem. Leiterin der Boller Ausbildungsstätte, waren maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt. Es geht um ein Verständnis und Zusammenspiel von Seelisch-Geistigem und Physisch-Leiblichem. Rhythmus im Lebendigen: Es handelt sich immer um eine Bewegung zwischen Gegensätzen. Was sind unsere Lebensrhythmen?

1.    Tag - Nacht, Wochenrhythmus, Jahresrhythmus - Jahreszeitenrhythmus, Ebbe - Flut.

2.    Herzrhythmus, Atemrhythmus, verschiedene Organrhythmen, Wachen - Schlafen, Anspannung - Entspannung usw.

Bei der Rhythmischen Einreibung geht es auch um eine Griffqualität. Gewebe soll verdichtet und wieder gelöst werden, sozusagen ein Ausatmen - Einatmen entlang der Körperleitlinien. Die Rhythmische Einreibung wirkt erst einmal stärkend auf die Lebenskräfte. Sie schafft den Ausgleich zwischen Aufbau und Abbau im Organismus.

Der Wärmeorganismus wird angeregt. Sie unterstützt damit auch das Zusichkommen. Da unsere Lebensweise ein ständiges Besser, Schneller, Höher verlangt, kommen wir auch in Situationen der Überforderung, des Ausgebranntseins, begleitet von Schlafproblemen, Konzentrationsschwäche, Depression etc.

Unsere Kinder sind ebenso davon betroffen. Ihr Organismus benötigt noch Zeit zur Reifung und er befindet sich im Wachstum. Unsere arrhythmische Lebensgestaltung schwächt ihn. Im späteren Erwachsenenalter kann es dadurch zu Krankheiten, die den Bewegungsorganismus betreffen, kommen. Mein Anliegen hier an der Schule ist, die Kinder in ihren Lebenskräften zu stärken, ihren Wärmeorganismus zu unterstützen und Momente herzustellen, in denen sie das Gefühl haben, «in sich zu ruhen», ihnen ein Hüllenerlebnis zu ermöglichen.

 

Schul-Heileurythmie

Die Heileurythmie entstand als eigenständige Therapiemethode im Rahmen der Anthroposophischen Medizin, einer Erweiterung der Schulmedizin. Sie wurde 1921 von Dr. Rudolf Steiner entwickelt und ist eine ganzheitlich wirkende Bewegungstherapie. Die Heileurythmie wird angewandt bei allen akuten, chronischen oder degenerativen Erkrankungen des Nervensystems, des Herz-Kreislaufsystems, des Stoffwechselsystems und des Bewegungsapparates, sowie bei Entwicklungsstörungen von Kindern und Jugendlichen und bei Behinderungen. Darüber hinaus wird sie zur Prävention und zur Nachsorge eingesetzt.

Beim gesunden Menschen wirken die Kräfte der physischen, seelischen und geistigen Ebene individuell harmonisch ineinander. Eine auftretende Erkrankung oder Einseitigkeit ist eine Störung dieses individuellen Gleichgewichtes. Gezielte heileurythmische Bewegungsübungen können helfen, dass diese Ebenen wieder in eine Balance finden. Dabei kann der Mensch sich aktiv seinem Heilungsprozess zuwenden.

Die Bewegungselemente der Heileurythmie sind in Bewegung umgesetzte Laute der Sprache oder Töne der Musik, sowie Stab- und Kugelübungen. In der Therapie werden gezielt Lautfolgen, Wiederholungen, Sprünge, Tempoveränderungen, Pausen, Raumformen oder Rhythmen eingesetzt. Jeder Laut, jede Bewegung steht in einer bestimmten Wirkbeziehung zu den Vorgängen und Lebenskräften des Körpers. Die Heileurythmie wirkt gezielt als ein Medikament - bis in die Funktion einzelner Organe und Organsysteme oder auf seelische Zustände.

Als Schul-Heileurythmie hat die Heileurythmie im Schulzusammenhang die Aufgabe, die gesunde Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Es geht nicht in erster Linie um die medizinische Behandlung von Krankheiten. Dabei arbeiten Lehrer, Schularzt/Arzt, Eltern und Heileurythmist zusammen.

Die heileurythmischen Maßnahmen sollten mit dem Arzt abgesprochen werden.

Mögliche Indikationen für Schulkinder sind folgende:

Konzentrationsschwächen, Zappeligkeit, Unruhezustände, Ungeschicklichkeiten der Fein- und Grobmotorik, Ängste, Aggressivität, rhythmische Störungen, Konzentrationsschwächen, Verspannungen, Zahn-, Augen-, Sprachprobleme, Haltungsanomalien, Legasthenie und Rechenschwäche.

Daneben wird es immer Berührungen geben mit Erkrankungen wie Allergien, Heuschnupfen, Infektanfälligkeit, Neurodermitis, asthmatischen Erkrankungen, Verstopfung, Bettnässen, Wirbelsäulenschäden, wiederholte Kopf- bzw. Bauchschmerzen, Schlafstörungen, kindliche Depression, Essstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und Ausgleich konstitutioneller Einseitigkeiten.

Ein weiteres Anliegen der schulischen Therapie ist, die Integration in das Unterrichtsgeschehen zu unterstützen und Kinder vor einem schulischen Versagen zu bewahren.

 

Das Team

AGNES VIKOLER

Klassen- und Förderlehrerin für die Unter- und Mittelstufe

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Eva Bauhof

Waldorf- und Förderlehrerin

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Arthur Hettinger

Klassen- und Förderlehrer

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ELISABETH DORFMAYR

Therapeutin für rhythmische Einreibung nach Dr. Hauschka

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PETER WALTER

Heileurythmist

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